UKW-Funk bleibt an Bord unverzichtbar

Breites Spektrum an Kommunikationselektronik auf der Hamburg Boat Show vom 23. bis 27. Oktober 2019

Handy und Tablet beherrschen längst den Kommunikationsalltag an Land. Trotz 5G-Standard bei der Datenübertragungsgeschwindigkeit wird diese Technik einem besonnenen Freizeitskipper an Bord auch zur Navigation nicht genügen. Mit Funklöchern im GSM-Netz muss gerechnet werden und können sich auf dem Wasser fatal auswirken. UKW-Funk auf küstennahen Revieren sowie Satellitenverbindungen auf Langfahrt sind allein aus Sicherheitsgründen unersetzlich. Ein breites Spektrum an Hard- und Software (Apps) präsentieren die Aussteller auf der Hamburg Boat Show vom 23. bis zum 27. Oktober in den Messehallen B5, B6 und B7 unterm Fernsehturm.

„Ohne weltumspannende Mobilfunkabdeckung bleiben die klassischen Seefunksysteme alternativlos“, bekräftigt Björn Christen, Key Account Manager von Raymarine aus Hamburg. Allein der sicherheitstechnische Aspekt, mit einem einzigen Funkspruch alle in der Nähe befindlichen Schiffe zu erreichen, mache den herkömmlichen Sprechfunk absolut unverzichtbar, auch wenn parallel dazu zum Empfang von Wetterdaten auf GSM-basierte Dienste zurückgegriffen wird.

Jens Ellermann von Bukh Bremen ergänzt die Kommunikation mit Schleusenwärtern und Hafenmeistern sowie mit der Wasserschutzpolizei, die üblicherweise per UKW zu erreichen seien, von Seenotrettern ganz zu schweigen. Und auch beim Wettkampfsport greife die Regattaleitung aus gutem Grund für offizielle Durchsagen an alle Wettfahrtteilnehmer auf UKW-Sprechfunk zurück. Allerdings ist für die Bedienung ein amtliches Sprechfunkzeugnis erforderlich, für das viele Sportbootschulen Lehrgänge mit anschließender Prüfung anbieten.

Was für die Kommunikation gilt, scheint für die Navigation nicht anders. „Smartphones und Tablets eignen sich als Zusatzgeräte zu nautischen Navigationsinstrumenten, können diese aber nicht wirklich ersetzen“, sagt Niko Reisch von der Firma nordwest-funk aus Emden, „die Verknüpfung mit den üblichen (Daten-)Gebern an Bord ist umständlich. Außerdem seien handelsübliche Handys weder sonnenlichttauglich noch wasserdicht. Für den Einsatz an Deck fehle Robustheit aber auch Akkulaufzeit.“ Zur Routenplanung unter Deck im Sitzen am trockenen Kartentisch mit Steckdose hingegen seien viele nützliche Apps fürs Tablet auf dem Markt. Dort diene es auch als Zweitanzeige für den Navigator.

„Auf die Flybridge oder ins Cockpit gehört ein Seekartenplotter, bei dem alle Instrumentendaten sowie Autopilot, Radar und AIS auflaufen“, bekräftigt Reisch. So ein Gerät habe auch speziell belegte Tasten zur Eingabe von Wegpunkten und Sonderfunktionen wie Mann über Bord (MOB). Während ein integrierter GPS-Empfänger zur eigenen Positionsbestimmung Standard sei, böten viele Hersteller neben einer WIFI-Schnittstelle inzwischen auch Apps (z. B. zur Wettervorhersage) an.

In punkto See-/Binnenfunk bietet Raymarine auf der Hamburg Boat Show Kombianlagen vom klassischen Einbaugerät bis hin zu komplexen BlackBox-Lösungen mit bis zu fünf (auch drahtlosen) Sprechstellen an. Optional sind die Geräte mit Erweiterungen wie integriertem AIS-Empfänger oder der Ansteuermöglichkeit eines Außenlautsprechers (für die Kommunikation an Bord, aber auch zur Aussendung von Nebelsignalen) zu erhalten. Software-Updates gestatten dem Anwender, seine Anlage an sich ändernde Regularien anzupassen oder länderspezifische Einstellungen vorzunehmen.

Zur Verbesserung des GSM- und WIFI-Empfangs empfiehlt nordwest-funk spezielle externe Antennen auf einem Geräteträger (Dom) oder in der Saling einer Segelyacht. Die Mobilfunkreichweite lasse sich je nach Sender auf bis zu 15 Seemeilen auf See ausdehnen. Durch integrierte GSM-Modems und WLAN-Router profitiere die gesamte Crew mit einem einheitlichen Internet-Login für alle.

Die Hamburg Boat Show ist von Mittwoch, den 23. Oktober, bis Sonntag, den 27. Oktober 2019 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Freitag (25. Oktober) sogar bis 20 Uhr. Die Tageskarte kostet online 12 Euro, für die ganze Familie 26 Euro. Der Zugang erfolgt über den Eingang Süd in der Karolinenstraße.

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